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Grenzen
Wo genau liegt Südende? Auf jenem alten Plan aus dem Jahre 1906 erkennt man den eigentlichen Grenzverlauf Südendes relativ klar, aber auch hierüber gibt es natürlich einiges genauer zu betrachten... Zunächst einmal muss betont sein, daß, entgegen der oft allgemein im Volke verbreiteten Meinung, weder die bis 1993 gültigen postalischen Kennzahlen (41, 42, 46), noch die der heutigen Postleitzahlen (12167, 12169, 12247), noch die Telefon- durchwahlen (774, 776, 795, 797), noch der Wahlkreis (602), noch die der Verkehrszelle (0634), noch die Kichengemeinden den historischen Grenzen Südendes entsprechen. Die Grenze im Norden ist durch die Eingemeindung zum neuen Ortsteil Steglitz und einem Gebietstausch mit dem Bezirk Schöneberg später verschoben worden. Heute gehört zwar unser Insulaner, inklusive der Sternwarte (erbaut 1963) und dem Planetarium (1965) zum Bezirk und Ortsteil Schöneberg, das Sommer- bad jedoch zum Ortsteil Steglitz im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. An der heutigen Sembritzkistraße, am Fuße jenes Insulaners befindet sich noch ein alter Ortsgrenzstein. Im Westen verläuft unsere Grenze nicht genau auf Höhe des heutigen Munsterdamms und weiter südlich der Halskestraße, sondern deutlich nach Osten versetzt. Am heutigen Hanstedter Weg ist, auf Höhe des einzigen, inoffiziellen Ortsschildes (www.steglitz.de/StadtteilZeitung/ 99/november/6.htm) von Südende, auch dieser Grenzverlauf noch am wechselnden Straßenpflaster gut zu erkennen; ebenso ist dieses am östlichen Ende der meist Steglitzer Stephanstraße der Fall. Großteile jenes Gebietes zwischen heutiger Halskestraße, sowie Liebenowzeile gehörten somit immer zu Steglitz und nie zu Südende, selbst wenn das auf einigen Postkarten (bishin zur sog. "Neuen Gemeinde-Schule am Y-Platz, Steglitz-Südende", d.h. der Steglitzer Markus-Grundschule in der Karl-Stieler-Straße) anders vermerkt und auch in den Köpfen (Herzen?) der Einwohner teilweise anders zu sein scheint. Auch an der bis heute bestehenden Verengung des Steglitzer Damms in Höhe der Videothek (ehem. Postfiliale 414) erkennt man gut den eigentlichen Grenzverlauf im Westen. Hier ist in Zusammenhang mit dem Neubau einer Seniorenwohnanlage direkt an der Grenze, aber eben bereits in Steglitz, der Begriff "Südender Tor", siehe auch http://www.zoha.net/ worter/Su-dender-277444.html, aufgekommen. Sowohl die gegen-überliegende "Südend-Apotheke", wie (selbstredend sehr eindeutig) die Südendstraße befinden sich auf Steglitzer Gebiet. Ebenso sind zwei Inschriften in der Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz am Rathaus Steglitz falsch, welche die Albrechtstraße und Halskestraße genauso nach Südende verlegen, wie viele Quellen die von Ludwig Mies van der Rohe 1930/31 in der Borstellstraße 12/3.OG entworfene Wohnung von Mildred Lange-Cours. Auch die Romanistin Edith Margass, geb. Rindfleisch, lebte nicht etwa in Südende, sondern mit ihrem Mann in der Steglitzer Albrechtstraße 60. Selbst Fachleute auf dem Gebiete der Heimatforschung machen hier und da Fehler. So liest man selbst in einem am 17.12.2007 mit dem Titel "135 Jahre Südende" im KIEZ.- Magazin erschienenen Artikel von Wolfgang Schönebeck immer noch: "im Süden durch den Teltowkanal und im Westen von Munsterdamm/ Halske-/ Siemensstraße begrenzt", welches schlicht sämtlich falsch ist. Auf der Seite http://www.alt-berlin-archiv.de/pankowerverkehr.html erkennt man eine Straßenbahnlinie "88, von Südende nach Schönholz". Jene "88" endete jedoch seit 1924 (immer) in der Steglitzer Bismarck-straße, vor der Mariendorfer Straße mit der Ziel-Aufschrift "Stadtpark" und fuhr somit nie durch Südende. Im Holtz'schen Ansichtskartenbuch wird die bekannte Schauspielerin Henny Porten als frühere Bürgerin Südendes aufgelistet, was leider falsch ist, da Porten vielmehr in der Heinrich-Seidel-Straße, und somit im Ortsteil Steglitz, lebte. Beliebt war es allemal, Steglitzer Adressen nach Südende zu verlegen; gerade auch Gewerbetreibende warben so mit dem einst "guten Namen" des Ortes, als Beispiele stehen hier die Aufdrucke "Carl Hoffmann, Atelier, Lichterfelder Straße 7, Südende b. Berlin", sowie der Ateliers Roscher, "Südende, Stephanstraße 34" und Felix Schrader, "Berlin-Südende, Potsdamerstraße 31" auf einstigen CDV-Photokarten und ebenso das Blumenfachgeschäft Julius Behnert, auf einer Postkarte von 1914 in der "Lichterfelder Straße 27, Südende", wobei aber die Lichterfelder Straße lediglich ab den Hausnummern 13 bis 22 tatsächlich in Südende lag, sowie das Haus Stephanstraße 34 bis in heutiger Zeit weit in Steglitz, eben wie die Potsdamer Straße 31; sowie Reklame-Etiketten der Firma Fri-Wi Kosmetik, Borstellstraße 42. Im Süden wird Südende ebenfalls nicht in der gänzlichen Länge vom Teltowkanal begrenzt, sondern in gerader Linie einer Verlängerung des Schünemannwegs, damaliger Grenzweg, in östlicher Richtung und erst ab der Rottweiler Straße dann vom Maulbronner Ufer bzw. dem 1906 nach Protesten der An- wohner extra südlich um den Ort und die Pfuhle herum gebauten Teltowkanal, der sich also in Höhe Südendes bereits auf Lankwitzer Gebiet befindet. Ein sich früher in Höhe des östlichen Bürgersteiges der heutigen Attilastraße, in einer Verlängerung der Mitte des gegen- überliegenden Schünemannweges, befindlicher Grenz- und Richtungs- stein existiert leider nicht mehr. Im Osten ist die Sache dann relativ eindeutig an der Dresdener Bahn festzumachen; ab dort liegt heute der Ortsteil Tempelhof, auch wenn wir hier traditionell einen Teil von Mariendorf vermuten würden, doch Mariendorf stößt nur in einer Ecke in Höhe des Teltowkanal und eben jener Dresdener Bahn an Südende. Eine historische Ansichtspostkarte aus dem Jahre 1906 trägt dennoch die fehlerhafte Inschrift: "Gruß aus Marienhöhe - Südende, bei Berlin" und die Schrift "Denkmale in Berlin. Tempelhof-Schöneberg" von 2007, vermerkt auf der Seite 48: „Bei der Bezirkseinteilung Groß-Berlins 1920 wurde Südende von Mariendorf ab- getrennt. Der westliche Teil kam zu Steglitz, der östliche zu Tempelhof" (Hrsg.: Landesdenkmalamt Berlin). Die Maximalausdehnung Südendes beträgt in Nord-Süd-Richtung recht genau 1,4 Kilometer, sowie in einer Ost-West-Achse gemessen, 1,0 km. Der tiefste Meßpunkt liegt hierbei, mit 40,2 Metern ü. NN im Südosten an der Kreuzung Reutlinger Straße/ Maulbronner Ufer, währenddessen der höchste Punkt innerhalb unser alten Ortsgrenzen mit 56,2 m ü.NN an der nördlichen Ecke Oehlertring/ Oehlertplatz liegt. Die nördlichsten Winkel des seit 1960 zum Ortsteil/ Bezirk Steglitz zählenden Sommer- bades am Insulaner befinden sich in einer Höhe von 64,2 m über NN. Das Sommerbad bildet gleichzeitig das größte Grundstück in Südende, währenddessen das flächenkleinste heute im Biberacher Weg 8e liegt.
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